Änderung der Wertgrenzen für Sofortabschreibung und Sammelposten

Mit dem „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“ vom 27.06.2017 werden die Wertgrenzen für die Sofortabschreibung („GWG“) auf 800,- € (netto) und für die Bildung eines Sammelpostens auf 250,- € erhöht.
Das „Zweite Bürokratieentlastungsgesetz“ vom 30.06.2017 hat die Wertgrenze für die Aufzeichnungspflicht von 150,- € auf 250,- € angehoben.
Diese Wertgrenzen gelten für alle Wirtschaftsgüter, die nach dem 31.12.2017 angeschafft werden.
Das Handelsrecht schließt sich dieser Regelung an (§6 Abs. 2 EStG).

(Diese Wertgrenzen müssen in Ihrer ERP-Software manuell angepasst werden.)

Kassennachschau als neues Prüfungselement

Zum 01.01.2018 wird die neue Kassennachschau eingeführt. Es handelt sich dabei um eine Prüfungsform, ähnlich der Lohnsteuer- oder Umsatzsteuernachschau, die unangemeldet während der üblichen Büro- und Geschäftszeiten durchgeführt werden kann. Ein Übergang zur regulären Betriebsprüfung ist jederzeit möglich. (vgl. § 146b AO)
Ziel der Prüfung sind alle Kassen (digitale und offene Ladenkassen), über die Barumsätze abgewickelt werden. Kassen, die nur der Auszahlung (Porto usw.) dienen, fallen regelmäßig nicht unter diese Bestimmungen.

Kapitalgesellschaften: Gesellschafterdarlehen

Laut Urteil des BFH vom 11.07.2017 (Az. IX R 36/15) wirkt sich der Ausfall eines Darlehens, das ein Gesellschafter seiner GmbH gewährt hat, steuerlich grundsätzlich nicht mehr aus (kein Abzug des Verlustes in der persönlichen Steuererklärung des Gesellschafters).